Mein Weg zur Buchpatin

Durch eine Zeitungsanzeige im General Anzeiger wurde ich nach meiner Pensionierung auf das Ehrenamt der Buchpatin über den Verein „Kultur verbindet“ aufmerksam. Da die Grundschule, die Bedarf angemeldet hatte, in der Nähe meines Wohnortes lag und ich sehr gerne mit Kindern lese, fühlte ich mich angesprochen und meldete mich. So startete ich im Schuljahr 2021/2022 als Buch- und Lesepatin. 

Ein Wiedersehen

Es gibt immer wieder besondere und schöne Momente mit den Kindern. Über eine Begegnung habe ich mich aber im letzten Schuljahr besonders gefreut. Ich traf auf einem Schulfest der Grundschule mein erstes Buchpatenkind wieder, das mittlerweile schon einige Jahre an einer weiterführenden Schule war. Es schaute mich an – ich erkannte es nicht sofort – und dann sagte es: “Ich war doch Ihr Buchpatenkind – wir waren zusammen auf der Lama Wanderung!“ Und dann hat sie von sich erzählt, wie es ihr geht, und wir haben uns an die gemeinsame Lama Wanderung erinnert, die uns sehr viel Spaß gemacht hatte.

Lesen, spielen, staunen 

Natürlich lesen wir zusammen oder erfinden Geschichten zu den Bildern in dem Buch, das sich die Kinder aus unserem Bücherbestand ausgewählt haben. Darüber hinaus wird aber auch erzählt, gespielt, gemalt.…
An Wochenenden werden immer wieder gemeinsame Aktionen mit anderen Teilnehmer*innen angeboten – etwa Museumsbesuche, Workshops oder, wie oben beschrieben, eine Lama Wanderung. 

gezeichnet von meinem Buchpatenkind aus Somalia (2. Klasse) 

Wachsen mit jedem Wort

In der Einzelbetreuung war es sehr gut möglich, auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder einzugehen. Sie machten sichtbare Fortschritte in ihrer Sprach- und Lesekompetenz, was auch ihr Selbstvertrauen stärkte. Besonders bereichernd empfand ich, dass ich im letzten Durchgang zwei Kinder von der 2. bis zur 4. Klasse begleiten durfte – so konnte sich über die Zeit ein vertrauensvolles Verhältnis entwickeln. 

Zeit, die verbindet

Ich gehe jede Woche gerne zu den Lesestunden mit den Buchpatenkindern. Ich lerne mit ihnen neue Kinderbücher und Spiele – und durch sie die Traditionen und Sprachen anderer Länder kennen.