Karolin Nassrollahi, Buchpatin an der Andreasschule seit 2023 

 

Mein Weg zur Buchpatin 

Als meine beiden Söhne auf der Andreasschule waren, sprach mich eine Lehrerin an, ob ich mir vorstellen könnte, Buchpatin zu werden. Ich liebe es, Kindern vorzulesen – schon in den Projektwochen der Schule habe ich das mit Begeisterung gemacht – also habe ich sofort zugesagt. Seitdem lese ich einmal pro Woche mit „meinem" Lesekind. Wir tauchen gemeinsam in Geschichten ein, reden, lachen, spielen – und genießen einfach diese besondere Stunde, in der es nur um das Kind geht. Es ist eine kleine Auszeit vom Alltag, die uns beiden richtig guttut. 

Bücher überraschen und bringen Klischees ins Wanken 

Besonders schön sind die Überraschungen, die das Lesen mit sich bringt. Ich wollte mal ein Buch aussuchen, das nichts mit Rittern und Fußball zu tun hat – schließlich habe ich ja zwei Jungs zu Hause. Doch das Mädchen, mit dem ich lese, grinste nur und meinte, sie sei großer Fußballfan. Da mussten wir beide lachen – so viel zu Einhörnern und Prinzessinnen! 

Lesen lässt Vertrauen wachsen 

Mit der Zeit merke ich, wie die Kinder aufblühen. Aus Zurückhaltung wird Vertrauen, aus Unsicherheit Freude. Diese Entwicklung mitzuerleben, berührt mich jedes Mal aufs Neue. Das Projekt zeigt mir, dass man gar nicht weit schauen muss, um etwas Gutes zu tun. Es gibt so viele Kinder, die einfach ein bisschen Zeit, Aufmerksamkeit und Zuwendung brauchen – direkt um die Ecke, in der nächsten Schule. Und es fühlt sich wunderbar an, dort einen kleinen, echten Unterschied machen zu können.